Pferde helfen Menschen

Es gibt nicht wenige Menschen, die ganz erheblich unter ihren Lebensumständen (Krankheit, Arbeitslosigkeit, Trauer, Depression, Scheidung) leiden. Der Schmerz oder das Leiden bedeutet für sie fast immer eine ganz erhebliche Einschränkung der Lebensqualität.

Psychotherapeutische Beratung zielt darauf ab, die Ursachen des Leidens zu erforschen und das Leiden erträglich zu machen. Wenn der Patient die Gründe seiner „Störung“ erkannt hat, beginnt er, die veränderte Sicht auf die psychosomatische Erkrankung in eine neue Lebensbeurteilung zu integrieren. Es beginnt ein langer schwieriger Weg, ein tragendes Fundament für neue „Stürme“ des Lebens aufzubauen.

Pferdetherapie ersetzt keine psychotherapeutische Behandlung, jedoch kann sie hier sowie in jedem anderen Stadium der Behandlung sehr hilfreich sein, den Blick vom Problem weg auf die individuelle  Lösung hin zu verändern.

Leid kommt aus einem Ungleichgewicht und folgt daher einem sinngebendem Schöpfungsakt; d.h. es geht darum, den Sinn, auf den das Leid hinweist, zu erfahren.

Die Arbeit mit den Pferden findet in der Gegenwart statt. Durch die Pferde wird der Betroffene in die Lage versetzt, den Urzustand des Lebens im Gleichgewicht der Natur kennenzulernen. Damit verlässt er seine bisherige Einstellung zu seiner Lage und ist bereit, sich auf ein neues Lebenskonzept einzulassen, weil er in der Arbeit mit den Pferden „das Licht am Ende des Tunnels“ von Anfang an sehen kann. Leid und Schmerz sind im Leben unvermeidlich; jedoch will das Leid den Menschen ermutigen, seinem Leben eine Wendung zu geben; immer wieder haben Menschen Ihr Leid in Chancen und einen ernormen Erfolg umgewandelt (aus Tränen werden Edelsteine – Dr. Robert H. Schuller).

 

Was es braucht ist aber nicht nur eine andere Einstellung sondern auch andere Verhaltensweisen, sonst bleibt der Betroffene in seinen eigenen Grenzen gefangen. Durch die Arbeit mit den Pferden wird er auf natürliche Weise mit der Welt verbunden, die unendlich viel größer ist, als er selbst. Das bringt einen Schub an Motivation und Kreativität sowie Alltagskompetenz, die den eigenen Einfluss auf die umgebende Welt oft zum ersten Mal im Leben deutlich werden lässt. Es eröffnet sich eine Vision, was Menschen alles erreichen können.

 

Durch das gefühlte  Erleben neuer Kräfte erleben Menschen ihre Situation nicht mehr nur als Ausdruck einer Erkrankung aus der Vergangenheit, sondern sie ist Katalysator, die da ist, um höhere Kräfte zu wecken. Diese höhere Kraft steht dem Betroffenen mit entsprechendem Glauben zur Seite und – auch Menschen der Umgebung kommen diese Kräfte zu Gute. Der Zustand der Gesellschaft hängt von den Anstrengungen des Einzelnen ab.

 

Pferde sind Herdentiere; sie haben einfache aber ehrliche Ziele. Anhand der Betrachtung Ihrer Verhaltensweisen, wie sie diese Ziele erreichen, kann man sehr gut seinen eigenen Standpunkt erfühlen. Pferde sind Geschöpfe eines gemeinsamen Gottes und sie haben keine Ambitionen, egoistisch zu handeln; sie denken im „Wir“ und helfen daher einem „Ertrinkenden“ Individuum zurück auf die Bühne des Lebens.

 

Arbeit mit Pferden unter professioneller Anleitung praktizieren ist eine aktive Möglichkeit, höhere Kräfte zu erfahren und den Glauben daran zu entwickeln; ein Glaube, der gefühlt werden kann. Sie begegnen der universellen Liebe und fühlen sich geborgen in einem System, dass Sie so annimmt wie Sie sind, wenn Sie ihm mit Ihren Sorgen begegnen.

 

Quelle: „The Tools“, Phil Stutz & Barry Michels

Literaturhinweis: Robert H. Schuller „ aus Tränen werden Edelsteine“